Das neue Jahr fing so an, wie das alte aufhörte: Kistenräumen. Ja, wir haben eine neue Wohnung; und dass es so gekommen ist, war – zumindest für hiesige Verhältnisse – mit ganz schönem Zähneklappern verbunden. Wir hatten nur einen vom Vermieter aus dem Gedächtnis gezeichneten Grundriss gesehen, dazu ein paar verwackelte Fotos und der Eigentümer wusste im Endeffekt auch nicht mehr sooo genau, ob nun eine Waschmaschine in der Wohnung ist oder nicht. Was mich schockiert hat: Hier ist es scheinbar unüblich, dass man noch bewohnte Wohnungen besichtigen kann. Wir mussten mit dem Anschauen also warten, bis die Vormieterin raus war. Ob sie wirklich ausziehen würde, war dabei bis zum letzten Tag nicht so ganz klar – denn sie hatte eigentlich auf Ende November (!) gekündigt, war dann aber doch nicht ausgezogen; das sollte erst Ende Dezember passieren. Kurz und gut: Für den 29. Dezember abends war ein Besichtigungstermin abgemacht, mit der Option auf sofortige Schlüsselübergabe. Das ist sicher nichts für zartbesaitete Gemüter; aber wer den Zürcher Wohnungssituation gewohnt ist, kommt bestens gerüstet da durch. Pah! Mir schlotterten den gesamten 29. über die Knie, wie das werden würde. Aber es wurde gut. Nun wohnen wir in einer Dreizimmerwohnung mit Havel- und Hafenblick in der Bahnhofstrasse; laufen über Dielen aus Ulme und Kiefer und haben festgestellt, dass man auf dem originalen Terrazzoboden in der Küche den Dreck einfach nicht sieht. Das spart die Putzfrau.
Achja, und allein die Flügeltüren der Wohnung sind so hoch wie die Decken in der Saumackerstrasse. Bis zur Zimmerdecke ist's dann nochmal ein Meter. Alle Zimmer sind Durchgangszimmer, wir können also permanent einen Kreislauf veranstalten. Dazu gibt’s in den beiden äusseren zusätzlich zur Heizung einen DDR-Kachelofen; nicht besonders effizient, aber vorhanden und damit heizbar, wenn mannur genug Holz einsetzt. Das macht's dort muckelig warm. Wirklich eisig ist es dagegen in unserem Schlafzimmer, das (natürlich ästhetisch anspruchsvoll abgetrennt, hehe!) in einem Erker auch eine Büroecke beherbergt. Und besonders kalt ist es genau in dieser Ecke. Das hängt ist bedingt dadurch, dass 1. der Raum keinen Ofen hat, 2. der Erker – wie das Bauteile seiner Art nunmal tun – in den Strassenraum vorkragt und 3. seit Tagen ein ekliger Sturm die Strasse runterfegt, entweder in Ost-West-Richtung oder wahlweise andersrum. Preisfrage: In welcher Himmelsrichtung verläuft der Erker?
Egal, mit Armstulpen und einem Schaffell auf dem Stuhl ist's erträglich. Nun sitze ich hier und versuche, die intelligenteste Lösung für einen Internetanschluss zu finden. Die am wenigsten intelligente hab ich schon getestet: Surfen über einen privaten UMTS-Hotspot, vor allem als Überbrückung, bis wir „richtiges Internet“ haben. Ich hatte eine SIM bestellt, mit der man mobil 2 GB im Monat Highspeed surfen kann. Aber so schnell, wie die surft, brauche ich aber locker fünf Wochen, um die 2 GB Volumen zu erreichen. In zweieinhalb Stunden habe ich es geschafft, bei Dauerbetrieb, knapp 10 MB zu bewegen. Der Kurzschluss: Die Karte geht wieder zurück; hat zum Glück nur einen Monat Vertragslaufzeit. Muss mal bei den Nachbarn obendrüber fragen, wie die das Internet-Problem gelöst haben. Es gibt in Havelberg nämlich DSL!!!



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